Planung und Neuanlage Ihrer Druckluftversorgung
Eine Druckluftanlage zu planen heißt, Luftbedarf, Druck, Luftqualität und Rohrnetz aufeinander abzustimmen. Gemessen wird zuerst, nicht geschätzt, denn ein zu großer Kompressor läuft im Leerlauf und kostet Strom, ein zu kleiner hält den Druck nicht. Wir ermitteln den Bedarf an Ihrer Anlage, legen Kompressor und Aufbereitung danach aus, verlegen das Netz bis zur letzten Entnahmestelle und nehmen die Anlage in Betrieb.
- Strom an den Gesamtkosten
- 65 bis 85 Prozent
- Jedes Bar mehr Druck
- 6 bis 10 Prozent mehr Energie
- Vom Behälter bis zum Werkzeug
- höchstens ein Bar Verlust

Wie groß muss der Kompressor für meinen Betrieb sein?
Die häufigste Fehlentscheidung ist ein Kompressor, der nach Gefühl und mit Sicherheitszuschlag gewählt wurde. Er ist zu groß, läuft die Hälfte der Zeit im Leerlauf und verbraucht dort noch 20 bis 30 Prozent seines Volllaststroms, ohne Luft zu liefern. Über die Lebensdauer entfallen bei einem ausgelasteten Kompressor 65 bis 85 Prozent der Gesamtkosten auf Strom.
Deshalb zeichnen wir an einer bestehenden Anlage zuerst mit einem Messgerät über mehrere Tage auf, wie viel Luft bei welchem Druck zu welcher Tageszeit gebraucht wird, und lesen daraus Grundlast, Spitzen und Leerlaufanteil ab. Bei einem Neubau rechnen wir den Bedarf aus Ihren Verbrauchern hoch, Werkzeuge, Maschinen, Lackierkabine, Strahlanlage, mit Luftbedarf und Gleichzeitigkeit.
Das Ergebnis ist eine Zahl für Volumenstrom und Druck, ein Lastprofil über den Tag und die Frage, ob eine Maschine reicht oder ob zwei kleinere mit einer Steuerung sinnvoller sind, weil eine davon dann als Reserve dient.
Hier läuft der Motor weiter und braucht Strom, ohne Luft zu liefern.
Nach der Spitze wird ausgelegt, nicht nach Gefühl und mit Sicherheitszuschlag.
Die Last, die auch nachts und am Wochenende bleibt, am Wochenende praktisch vollständig Leckage.
Der Druck
So viel, wie das anspruchsvollste Werkzeug braucht, plus Leitungsverlust und Schaltdifferenz, mehr nicht. Jedes Bar zu viel kostet 6 bis 10 Prozent mehr Energie, ein Netz mit hohem Druckverlust repariert man deshalb mit einem besseren Netz, nicht mit einem stärkeren Kompressor.
6 bis 10 %
Die Regelung
Frequenzgeregelt lohnt bei schwankendem Bedarf. Er dreht zwischen 20 und 100 Prozent so schnell, wie Luft gebraucht wird, der Last-Leerlauf-Kompressor kennt nur an und aus. Bei Dauervolllast ist der ungeregelte sparsamer, weil der Umrichter rund 4 Prozent kostet. Mehrere Kompressoren brauchen eine übergeordnete Steuerung mit gemeinsamem Druckband.
40 bis 80 %
Die Reserve
Fällt der einzige Kompressor aus, steht die Produktion. Häufig ist die Antwort ein Grundlastkompressor und ein kleinerer zweiter, der Spitzen abdeckt und im Notfall die Grundversorgung hält. Der Behälter puffert Lastspitzen, damit der Kompressor nicht bei jedem Werkzeuggriff anspringt.
2 statt 1
Schraube, Kolben, ölfrei, geregelt

Schraubenkompressor
Der Schraubenkompressor läuft gleichmäßig, leise und ist für Dauerbetrieb gebaut, deshalb steht er in fast jeder Industrieanlage und in größeren Werkstätten. Bei der üblichen Bauart wird Öl eingespritzt, ein Abscheider holt es vor dem Auslass wieder heraus.

Kolbenkompressor
Ein Kolben saugt Luft an und drückt sie in den Behälter, wie eine Luftpumpe mit Motor. Er erreicht hohe Drücke und verträgt seltenes Einschalten, wird aber heiß und pulsiert, weshalb er einen Behälter braucht. Typisch für Werkstätten, Reifendienste und alles, was Luft nur zeitweise braucht.

Ölfreier Verdichter
Hier kommt kein Öl in den Verdichtungsraum. Die Luft ist damit von Haus aus ölfrei, was Lebensmittel, Pharma, Medizin und Elektronik oft vorschreiben. Ölfreie Verdichter brauchen je nach Bauart mehr Strom für dieselbe Luftmenge, ölfreie Luft geht deshalb alternativ auch mit einem öleingespritzten Kompressor und guter Aufbereitung, entscheidend ist der Stromverbrauch der Gesamtanlage.
Frequenzgeregelt oder Last-Leerlauf
Der Last-Leerlauf-Kompressor fördert mit voller Leistung bis zum Ausschaltdruck und läuft dann im Leerlauf weiter. Der frequenzgeregelte Kompressor passt seine Drehzahl dem Bedarf an. Welcher passt, sagt das Lastprofil, nicht der Katalog.
So sauber, wie Ihre Anwendung es verlangt
Druckluft aus dem Kompressor enthält Wasser, Öl und Staub. Wie viel davon im Netz bleiben darf, legt ISO 8573-1 in Klassen fest, drei Ziffern für Partikel, Wasser und Öl, etwa 2.4.1 für Partikel Klasse 2, Drucktaupunkt plus 3 Grad und höchstens 0,01 Milligramm Öl je Kubikmeter. Die Anforderung kommt aus Ihrer Anwendung, nicht aus der Norm. Wir legen die Aufbereitung auf diese Klasse aus, nicht auf die höchste.
Ihre Anwendung
Lebensmittel. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wird Druckluft, die mit dem Produkt in Berührung kommt, in der Regel ölfrei verlangt, also Klasse 1 oder die noch strengere Klasse 0 beim Öl. Das geht mit einem ölfreien Verdichter oder mit einem öleingespritzten Kompressor und einer Aufbereitung aus Kältetrockner, Feinstfilter und Aktivkohle. Welcher Weg weniger Strom braucht, rechnen wir gegen.
Lebensmittel. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wird Druckluft, die mit dem Produkt in Berührung kommt, in der Regel ölfrei verlangt, also Klasse 1 oder die noch strengere Klasse 0 beim Öl. Das geht mit einem ölfreien Verdichter oder mit einem öleingespritzten Kompressor und einer Aufbereitung aus Kältetrockner, Feinstfilter und Aktivkohle. Welcher Weg weniger Strom braucht, rechnen wir gegen.
Lackierung. Für Lackierkabinen wird meist Partikelklasse 1 bis 4 erwartet, bei kritischen Oberflächen Klasse 1 oder 2, und als Kompromiss wird häufig 2.4.1 genannt. Wasser oder Öl in der Luft zeigen sich als Krater im Lack, deshalb sitzen Trockner und Ölfilter hier so nah wie möglich an der Kabine. Die verbindliche Vorgabe kommt vom Lack- und vom Kabinenhersteller.
Werkstatt. Für Schlagschrauber und Reifenfüller reicht meist ein Kältetrockner, der die Luft auf etwa 3 Grad Drucktaupunkt bringt, und ein Filter. Liegt eine Leitung im Freien oder in einer ungeheizten Halle, braucht es einen Adsorptionstrockner mit Drucktaupunkt bis minus 40 Grad, sonst friert das Kondensat.
| Klasse | Partikel (1 bis 5 µm je m³) | Wasser (Drucktaupunkt) | Öl (mg/m³) |
|---|---|---|---|
| 1 | bis 10 | bis minus 70 Grad | bis 0,01 |
| 2 | bis 100 | bis minus 40 Grad | bis 0,1 |
| 3 | bis 1.000 | bis minus 20 Grad | bis 1,0 |
| 4 | bis 10.000 | bis plus 3 Grad | bis 5,0 |
| 5 | bis 100.000 | bis plus 7 Grad | keine Ölklasse |
Nach ISO 8573-1:2010, Partikelspalte für die Größe 1 bis 5 µm. Klasse 0 ist strenger als Klasse 1 und wird zwischen Anwender und Hersteller vereinbart. Beim Öl endet die Norm bei Klasse 4 mit bis zu 5 mg je Kubikmeter, darüber gilt Klasse X.
Wie verlegt man eine Druckluftleitung richtig?
Vom Behälter bis zum Werkzeug sollte das Netz höchstens ein Bar verlieren, davon nur ein Zehntel in der Rohrleitung, der Rest in Kupplungen, Schläuchen und Filtern. Fällt der Druck am Werkzeug von 6 auf 5 Bar, sinkt dessen Leistung um 30 Prozent. Ein zu enges oder zu langes Netz repariert man deshalb nicht mit mehr Druck am Kompressor, sondern mit dem richtigen Querschnitt.
1. Ringleitung statt Stichleitung
In einer Ringleitung erreicht die Luft jede Entnahmestelle von zwei Seiten. Der Druckabfall ist geringer, das Rohr darf dünner sein, und einzelne Hallenabschnitte lassen sich absperren, ohne dass die Fertigung steht. Stichleitungen verlieren mehr Druck und bekommen bei uns immer ein Absperrventil.
2. Verlegung
Leitungen möglichst gerade, lange Bögen statt Knie- und T-Stücke. Hauptleitungen bekommen 1,5 bis 2 Promille Gefälle in Strömungsrichtung und am tiefsten Punkt einen Kondensatablass, jeder Abgang geht als Schwanenhals erst nach oben, damit kein Wasser ins Werkzeug läuft. Schläuche sind nur das letzte Stück zur Hand.
3. Material
Wir liefern und verlegen Leitungen aus Aluminium, Edelstahl, C-Stahl oder Kunststoff. Für Neuanlagen ist das Aluminium-Stecksystem Standard, korrosionsfrei, leicht und ohne Schweißen erweiterbar, Edelstahl nehmen wir für Lebensmittel, Pharma, Reinraum und den nassen Abschnitt vor dem Trockner. Alte Netze aus verzinktem Stahl mit Gewinde werden mit den Jahren an den Gewinden undicht.
4. Was wir in Bestandsnetzen finden
Typisch sind zu enge Rohre aus der Zeit, als die Halle halb so groß war, Kompressoren, die gegeneinander laufen, Filter, die nur Druck kosten, fehlende Absperrungen, sodass für eine Reparatur die ganze Halle drucklos wird, und ein zu kleiner Behälter. Alles davon lässt sich beheben, meist ohne neuen Kompressor.
So läuft es ab
Erstgespräch
Sie beschreiben uns Ihren Betrieb, Ihre Verbraucher und Ihre Pläne, am Telefon oder bei Ihnen in der Halle. Wir sagen Ihnen, was wir messen müssen und was wir schon wissen.
Messung und Bedarf
Bei einer bestehenden Anlage messen wir Verbrauch, Druck und Lastprofil über mehrere Tage. Bei einem Neubau rechnen wir den Bedarf aus Ihren Verbrauchern hoch.
Auslegung und Angebot
Sie bekommen einen Vorschlag mit Kompressor, Behälter, Aufbereitung und Rohrnetz, mit getrennt ausgewiesenen Positionen für Anlage, Planung und Installation, und mit der Frage, ob eine Förderung infrage kommt.
Förderantrag, falls möglich
Ersetzt die neue Anlage einen mindestens fünf Jahre alten Kompressor, bereiten wir die Unterlagen für das BAFA vor. Sie stellen den Antrag, und der Auftrag wird erst nach dem Bescheid unterschrieben.
Installation
Wir stellen die Station auf, verlegen das Netz und binden Trockner, Filter und Kondensatableitung ein. Den Elektroanschluss und, bei Wärmerückgewinnung, den Wasserkreis stimmen wir mit Ihren Handwerkern ab.
Inbetriebnahme und Einweisung
Wir stellen Druckband und Steuerung ein, prüfen das Netz auf Dichtheit und weisen Ihre Leute ein. Der Behälter bekommt seine Prüfung vor Inbetriebnahme, und wir liefern die Angaben, mit denen Sie die Prüffristen in Ihrer Gefährdungsbeurteilung festlegen.
Wartung
Ab dann läuft die Anlage nach dem Wartungsplan des Herstellers, die Wartung übernehmen wir auf Wunsch.
Häufige Fragen zur Planung
Gibt es Vorschriften für das Verlegen von Druckluftleitungen?
Wird eine neue Druckluftanlage gefördert?
Sagen Sie uns, was gebaut wird
Hallengröße, Verbraucher und ob eine Anlage ersetzt oder neu gebaut wird. Damit können wir das Erstgespräch vorbereiten und sagen Ihnen, was wir messen müssen.
- Wir melden uns am nächsten Werktag telefonisch unter der Nummer, die Sie angeben.
- Wir schauen uns die Anlage an, vor Ort oder anhand von Fotos und Typenschild, wenn das für den ersten Schritt reicht.
- Sie bekommen ein Angebot mit Preis, Termin und dem, was wir davon halten. Auch dann, wenn wir vom Kauf abraten.
- Telefon
- 0781 639 07 44
- Erreichbar
- Mo bis Fr 8 bis 16 Uhr